Unsere Gärtner

Unser Gärnterteam im neuen Gewächshaus von links: Tanja, Stefan, Ute und Gudrun

Unser Solawi-Acker wird derzeit von drei Gärtnern bewirtschaftet, die während der Haupsaison Helfer zur Unterstützung haben. Sie bestellen unseren Acker, den wir zu diesem Zweck vom Hof gepachtet haben.

Unser Verein

Wir haben unsere Solawi im März 2014 gegründet. Am Anfang waren wir noch kein Verein. Wir begannen mit der überschaubaren Größe von 20 Anteilen als Bestandteil des Einzelunternehmens Biohof Wild. Es hatte sich eine kleine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die motiviert waren, die Ärmel hochzukrempeln und sich auf das Experiment Solidarische Landwirtschaft einzulassen. Menschen, die neue Wege gehen wollten und neugierig waren, wie es sein würde, ein ganz anderes Konzept zu leben, als wir es bisher gewohnt waren.

Josef Wild Senior gab einen viertel Hektar seiner landwirtschaftlichen Nutzfläche für den Gemüsebau frei, und die beim Hof angestellte landwirtschaftliche Hilfskraft Antje Stöckle widmete sich halbtags diesem Acker und zog dort gut 30 Sorten Gemüse auf, unterstützt von mehreren SoLawi-Mitgliedern.

Für Tomaten, Gurken und Paprika hatten wir schlichte Folienhäuschen für Hobby-Gärtner, zur Bearbeitung des Bodens verwendeten wir neben dem Hof-eigenen Geräteträger hauptsächlich kleine Handgeräte, und die Bewässerung nahmen wir mit einem Gartenschlauch vor. Die Folienhäuschen hielten bis zum ersten kräftigen Herbststurm im Oktober.

In unserem ersten Jahr hatten wir eine Menge Spaß, stellten aber auch fest, daß die Arbeit mit einer halben Gärtner-Stelle nicht zu bewältigen und daß der Stundenlohn für die Gärtnerin nicht berühmt war. Eine Veränderung mußte her.

So kam im zweiten Jahr Tanja Wallnöfer als geringfügig beschäftigte Gärtnerin hinzu, und um den Monatsbeitrag für die einzelnen Mitglieder nicht unverhältnismäßig erhöhen zu müssen, beschlossen wir, uns auf 30 Anteile zu vergrößern.

Eines der besonderen Erlebnisse in jenem Jahr war der gemeinschaftliche Aufbau des neu erworbenen großen und stabilen Folientunnels. Das war eine gute Anschaffung. Der Tunnel steht heute noch und beherbergt weiterhin verschiedene Arten Feingemüse.

Trotzdem haben wir weiteren Verbesserungsbedarf gesehen. Eine SoLawi trägt sich wirtschaftlich offenbar erst ab einer Größe von ungefähr 50 Anteilen. Und so suchten und fanden wir noch mehr Mitglieder für das dritte Jahr. Natürlich brauchten wir auch eine entsprechend größere Fläche für das Gemüse. Deren Bewirtschaftung gab Antje nun an den erfahreneren Gärtner Stefan Grundner ab. Und zur besseren Organisation der inzwischen recht groß gewordenen Gruppe wählten wir schließlich die Rechtsform des Vereins.

 

Daher sind die Aufgaben heute so verteilt, dass der Hof - die Gärtner sind beim Hof angestellt - sich um den Gemüsebau kümmert und der Verein um alles andere (Verwaltung, Betreuung der Mitglieder, Öffentlichkeitsarbeit und so fort). Zwischen dem Hof und dem Verein besteht eine Kooperation. Das heißt, der Verein verwaltet die Mitgliedsbeiträge und bezahlt damit dem Hof die Gemüse-Produktion, und der Hof überlässt dem Verein dafür die gesamte Gemüse-Ernte.

Manchmal sind wir selbst überrascht, was wir in der kurzen Zeit schon alles erreicht haben. Mittlerweile ist die Zahl der Gärtner auf drei gewachsen, und wir haben es gewagt, zusätzlich ein noch größeres und professionelleres Gewächshaus zu kaufen. Auf diese Weise steht uns so viel Anbaufläche unter Dach zur Verfügung, daß wir im Winter gar keine nennenswerte Liefer-Pause mehr einlegen müssen.

Wir denken, dass unsere Solawi jetzt eine Größe hat, die für den Raum Bad Waldsee gut passt, und dass sie auch in der Struktur des Vereins gut aufgehoben ist. Neue Ideen und vor allem auch immer mal wieder neue Gesichter im Vorstand sind Herzlich Willkommen!

 

Unsere Ziele

Gemeinsam mit dem Biohof Wild möchten wir einen Solidarhof schaffen, der als Begegnungs- und Lernort die Möglichkeit von Natur-Erfahrungen bieten soll. Die Wertschätzung gegenüber Gemüse und deren Hersteller soll gestärkt werden durch vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten auf dem Hof und auf dem Acker. Mit Festen, Aktionen, Projekten und nicht zuletzt mit unserem Gemüse möchten wir möglichst viele Menschen für eine nachhaltige, saisonale und regionale Gemüseherstellung begeistern und so die Verbundenheit zur unserer Umwelt vertiefen.

Wir fördern:

  • die Entstehung lebendiger, dörflicher Gemeinschaften und sozialer Netzwerke
  • die bedarfsgerechte Gemüseherstellung frei von Marktzwängen
  • alte Gemüse-Sorten
  • den Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen
  • die Sicherung und Schaffung kleinbäuerlicher, vielfältiger Betriebsstrukturen

Ziel unseres Vereins ist es außerdem, Bildungs-Angebote für Schulen, Kindergärten und andere Gruppen weiter auszubauen. Unsere konkreten Projekte sollen sein:

  • Projekte mit Schulen, Kindergärten und anderen Gruppen, um ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Pflanzenbau, Tierhaltung, Ernährung und deren Produktionsweise auf Natur, Klima und Gesellschaft zu schaffen
  • Gemeinschaftsbildende Aktivitäten, kultureller Austausch, Seminare und Veranstaltungen
  • Förderung von ökologischer Landwirtschaft, Obst- und Gemüsebau
  • Förderung des Anbaus alter und samenfester Nutzpflanzen und der Haltung alter Nutztierrassen
  • Zusammenarbeit mit anderen Organisationen ähnlicher Zielsetzung, Vernetzung und Wissensaustausch